30 Jahre deutsche Einheit: Freiluftausstellung und Zeitzeugen

Februar 2020 (gr) Das Ostseebad Binz auf Rügen ist bekannt für seine Bäderarchitektur. Allein entlang der Strandpromenade residieren rund 50 weiße Villen, verziert mit Türmchen, Erkern und aufwendig ornamentierten Veranden. Nichts zeugt besser von der großen Zeit der Seebäder und von den Veränderungen der Nachwendejahre als die Prachtvillen. Im Mai, dem Monat der Bäderarchitektur, gibt es deshalb zum Jubiläum 30 Jahre deutsche Einheit die Freiluftausstellung „Binzer Villen Gestern & Heute“. Entlang der Strandpromenade zeigen rund 40 Ausstellungstafeln auf Höhe des jeweiligen Hauses Ansichten aus DDR-Zeiten. So können die Besucher entlangflanieren und über den Aufwand staunen, mit dem die Besitzer ihre steinernen Diven saniert haben.

Unter der Überschrift „DDR-Zeitreise – ein Spaziergang mit Zeitzeugen“ werden einige der Binzer, deren Schicksal eng mit ihrer Villa verknüpft ist, die Ausstellung am 2. Mai eröffnen. Beispielsweise Stephan Zobler, der acht Jahre alt war, als seine Familie 1990 endlich damit beginnen konnte, das Haus Zobler zu sanieren, damit es wieder – wie ganz früher – Feriengäste beherbergen kann. Und Michael Gronegger, der 1995 die Villa als Nachfahre der Klünder-Familie übernahm und mit seiner Frau von Bayern auf die Insel Rügen zog. Jeder von ihnen weiß spannende Geschichten aus den Nachwendejahren zu erzählen, so wie Groneggers, die beim Umbau ein zugemauertes Kellergewölbe fanden.

Der Monat der Bäderarchitektur beginnt am 1. Mai 2020 mit dem Anbaden in historisch inspirierten Badetrikots der Belle Epoque zum Start in die neue Saison. Am Nachmittag wagen sich rund 100 Mutige in die kalten Fluten und tausende Schaulustige feuern die Badenden vom Strand aus an. Am darauf folgenden Sonntagnachmittag haben die „Binzer Zaunkönige“ mit Kleinkunst in den Vorgärten ihren großen Auftritt. Dann bezaubern die weißen Villen entlang der Flaniermeile am Meer als eindrucksvolle Kulisse für Artisten, Zauberer, Schauspieler und Musikanten. Fast wie in den legendären Varietés im Berlin der 20er Jahre mit Pantomime, Freilufttheater und Stelzenkunst. Jeden Dienstagnachmittag lässt man in Binz im Literaturcafé Carlsson’s eine Tradition des 19. Jahrhunderts aufleben: den Salon. Am 5. Mai beispielsweise mit dem Herren-Solo „Bel Ami“, das Schlager der 1920er Jahre darbietet und zwei Wochen später mit einer heiteren Zeitreise über die Insel Rügen. Dabei liest Silke Wilcke, alias Elizabeth von Arnim, Episoden aus dem Reiseroman “Elizabeth auf Rügen”. Seit 25 Jahren entführt die gebürtige Rügenerin als Gräfin von Arnim ihr Publikum in die Zeit der Sommerfrische.

So vielfältig wie der Stilmix der Bäderarchitektur sind auch die weiteren Programmpunkte, von Foto-Touren mit professioneller Begleitung bis zu Tanztees im Freien, bei denen die Barkeeper alte Cocktail-Klassiker mixen. Fünf junge Leichtmatrosen aus Hamburg dürfen am Pfingstsonntag den Monat der Bäderarchitektur beenden: Die Gruppe Albers Ahoi! nimmt ihr Publikum mit Liedern von Hans Albers mit auf eine Reise voller poetischer Augenblicke über Liebe, Treue und Heimatverbundenheit. Dauerbrenner wie „Nimm mich mit, Kapitän“ und „La Paloma“ laden generationsübergreifend zum Mitsingen ein.

Weitere Infos zum Programm finden Sie unter www.binzer-bucht.de

Weitere Informationen:

Gemeinde Ostseebad Binz –
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18609 Ostseebad Binz
Tel. 038393-148 148
Fax: 038393-148 299
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Gabriele Richter PR
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Die Bäderarchitektur:
Im späten 19. Jahrhundert erlebte die Sommerfrische an der Ostseeküste ihren Höhepunkt. Die Insel Rügen und das Seebad Binz wurden schnell zum Geheimtipp – vor allem gut betuchte Berliner und Hamburger ließen sich hier in einem unbeschwerten Stilmix aus Klassizismus, Neobarock und Jugendstil Feriendomizile und Logierhäuser bauen. Typisch für die weißen Villen sind die zahlreichen Loggien, Erker, offenen Balkone, Türmchen und filigranen Veranden. Mit Tatendrang und Gespür für historische Substanz haben die Eigentümer die Häuser nach der deutschen Wiedervereinigung im Ortskern und an der Strandpromenade saniert, so dass diese längst wieder im alt-neuen Glanz erstrahlen.

Bäderarchitektur: Entlang der Strandpromenade in Binz residieren rund 50 weiße Villen. Foto: Kurverwaltung Binz

Anbaden: Am 1. Mai stürzen sich traditionell auch die Mitglieder des Zigarrenclubs „Die Loge“ in die Ostsee. Foto: Kurverwaltung Binz/Christian Thiele

Freiluftausstellung: Tafeln auf Höhe des jeweiligen Hauses zeigen Ansichten aus DDR-Zeiten. Foto: Kurverwaltung Binz/ Christian Thiele
Führung: Im Monat der Bäderarchitektur werden regelmäßig Spaziergänge durch Binz angeboten. Foto: Kurverwaltung Binz/ Konrad Nickel
Zaunkönige: Die „Binzer Zaunkönige“ haben mit Kleinkunst in den Vorgärten der weißen Villen ihren großen Auftritt. Foto: Kurverwaltung Binz/ Christian Thiele